Ergebnisse

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie 2011 im Überblick:

  • Die nicht börsennotierten Familienunternehmen in Deutschland informieren zunehmend offen über ihre wirtschaftliche Lage. Gegenüber dem Vorjahr hat die Transparenz noch einmal leicht zugenommen. Das ist bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass in den Geschäftsberichten 2009 vielfach Restrukturierungsmaßnahmen zu erläutern waren, wodurch die inhaltliche Bewertung schon im Vorjahr gestiegen ist.
  • Besonders fundierte Informationen bieten die Familienunternehmen in den klassischen Passagen des Konzernlageberichts zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage an. Weiterhin unterdurchschnittlich fällt die Bewertung bei den Erläuterungen zur Unternehmensstrategie und wertorientierten Steuerung aus – doch hat sich das Bild hier etwas aufgehellt.
  • Das Thema Forschung und Entwicklung spielt eine weniger dominante Rolle als in den Geschäftsberichten 2009, wo es häufig als Beleg für die ungebrochene Innovationskraft in der Krise herangezogen wurde. Umgekehrt haben sich die Familienunternehmen wieder ausführlicher mit ihrer Personalentwicklung beschäftigt, nachdem solche Aspekte im Krisenjahr noch knapp gehalten wurden.
  • Chancen verschenkt werden unverändert im Prognosebericht sowie im Vorwort des Vorstands. Nur selten erhält der Leser valide Angaben zur künftigen Strategie oder zur geplanten wirtschaftlichen Entwicklung unter Würdigung der Chancen und Risiken.
  • Die Geschäftsberichte werden immer stärker als Imageplattform genutzt. Die reine Produktpräsentation weicht dabei erfreulicherweise mehr und mehr einer schlüssigen Gesamtdarstellung. Das Storytelling beherrschen jedoch längst nicht alle Familienunternehmen; die Schere zwischen über- und unterdurchschnittlich hat sich weiter geöffnet.
  • Über Nachhaltigkeitsaspekte berichten die Familienunternehmen größtenteils im Geschäftsbericht; mitunter jedoch werden separate Nachhaltigkeitsberichte herausgegeben, die dann deutlich detaillierter sind. Zur ökologischen Verträglichkeit von Produkten und Produktionsprozessen sowie den Mitarbeiterinteressen finden sich dabei wesentlich mehr Informationen als zur Nachhaltigkeitsstrategie oder der gesellschaftlichen Verantwortung. Die Darstellung ist vorwiegend qualitativ.
  • In Sachen Struktur lassen viele Geschäftsberichte nichts zu wünschen übrig. Teilweise aber ist der Aufbau weiterhin unzulänglich. Zumeist fehlt dabei die klare Trennung von Kür- und Pflichtteil. Oftmals werden Informationen des Konzernlageberichts, wie etwa der Geschäftsverlauf, im Imageteil behandelt.
  • Fast jedes Unternehmen bietet seinen Geschäftsbericht auch online an. Dabei überwiegt klar die 1:1 Wiedergabe der Printpublikation als PDF. Nur selten wird der Versuch unternommen, den Geschäftsbericht als vollwertige Online-Version in die Internetseiten der Unternehmen zu integrieren.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie 2010 im Überblick:

  • Im Vergleich zum Vorjahr haben die freiwillig aufgelegten Geschäftsberichte an Transparenz gewonnen. Wichtigster Grund: Zur Bewältigung der Wirtschaftskrise haben die Unternehmen zahlreiche Maßnahmen angestoßen und ausführlich vorgestellt. So gab es für die Darstellung der Konzernstrategie sowie der Ertrags- und Risikolage bessere Bewertungen. Wegen des inzwischen wieder aufgehellten wirtschaftlichen Umfelds legten mehr Unternehmen ihre Erwartungen für das folgende Geschäftsjahr offen.
  • Die Analyse von ergo Kommunikation gemeinsam mit den Corporate-Finance-Experten von Roland Berger Strategie Consultants ergab deutliche Unterschiede zwischen Familienunternehmen und börsennotierten Gesellschaften: Die Familienunternehmen sind auch und gerade in der Wirtschaftskrise innovationsfreudiger, investieren einen höheren Anteil des Cashflows in den Ausbau und die Modernisierung der Produktionsanlagen, sind stärker eigenkapitalfinanziert und halten eine höhere Liquidität vor.
  • Die moderaten Dividendenforderungen der Eigentümerfamilien trugen dazu bei, die soliden Bilanzrelationen aufrechtzuerhalten. In Sachen Finanzierung nahmen jedoch nur die allergrößten Familienkonzerne den Kapitalmarkt in Anspruch, während bei umsatzschwachen Gesellschaften der klassische Bankkredit vorherrschte.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie 2009 im Überblick:

  • Anders als bei börsennotierten Unternehmen haben sich Value-Reporting-Elemente, wie Ausführungen zur Strategie, zur wertorientierten Steuerung oder zur Chancensituation, keinesfalls flächendeckend durchgesetzt. Die Ausführungen zur Ertragslage sind hingegen deutlich ausgeprägter.
  • In den Prognoseberichten wird im Vergleich zu vielen Berichten börsennotierter Gesellschaften Klartext gesprochen. Viele Familienunternehmen bereiten ihre Mitarbeiter auf schwierige Zeiten und harte Einschnitte vor.
  • Auf ihren besonderen Status als Familie- oder Stiftungsunternehmen – und die daraus resultierenden Vorteile – gehen längst nicht alle Unternehmen ein. Finanzierungsaspekte stehen eher bei Stiftungsunternehmen im Vordergrund; bei Gesellschaften im Familienbesitz wird stärker auf das Thema Unternehmenskultur eingegangen.

Mehr Informationen zur Auswertung der Geschäftsberichte von ergo und PKF Fasselt Schlage sowie die ausführliche Finanzanalyse von ergo gemeinsam mit Roland Berger Strategy Consultants finden Sie hier:
>>> Download PDF: Die Studie 2010 „Offenheit in der Krise – Geschäftsberichte von Familienunternehmen gewinnen an Transparenz”

>>> Download PDF: Die Studie 2009 “Aus guter Familie – So berichten Deutschlands Familien- und Stiftungsunternehmen”