Studie 2013 »Klartext«

„Klartext – wie Familienunternehmen über Themen und Perspektiven berichten“ unter diesem Titel gibt auch in diesem Jahr eine umfassende Studie zum Award Einblick in Trends und Themen der von uns untersuchten Geschäftsberichte 2012. Wie viel Transparenz ist notwendig, wie viel Offenheit steht Familienunternehmen gut? Und welche Unternehmen berichten besonders klar und strukturiert über ihre Kernthemen, Ziele und Perspektiven?

Studie2013_160px
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Familienunternehmen halten sich weiterhin bedeckt: Nur jedes fünfte der 250 deutschen Familienunternehmen hat für das Geschäftsjahr 2012 überhaupt einen Bericht vorgelegt. Die Zahl derjenigen, die also ihre Unternehmensdaten offenlegen, bleibt konstant niedrig.
  • Unter den Familienunternehmen, die sich für eine Veröffentlichung entschließen,  zeichnet sich eine Klassengesellschaft ab. Die Topplatzierten rücken daher enger zusammen: Der diesjährige Gewinner Bosch erreichte in der Gesamtwertung 83,1 %, über die 70 %-Hürde kamen aber noch 13 weitere Unternehmen. Im Gesamtdurchschnitt wurden allerdings nur 53,0 % erreicht.
  • Erstmals wurden Kriterien, die für einen „klaren Kurs“ sprechen zusammengefasst, um Unternehmen zu identifizieren, die ihre Kernthemen, Ziele und Perspektiven besonders transparent darstellen.  Auch hier zeigt sich ein ähnliches Gedrängel unter den Topplatzierten: Insgesamt sieben Berichte erreichen über 80 % in der Kategorie „Klarer Kurs“, weitere 11 nehmen die 70%-Hürde. Konkrete Aussage zur künftigen Ertragsentwicklung sind beispielsweise selten: Nur 30% der Unternehmen trauen sich hier Tacheles zu reden. Jedes fünfte Unternehmen möchte sich noch nicht mal auf eine Tendenz festlegen.
  • Die Lageberichte werden insgesamt gehaltvoller, die klassischen Problemzonen (Strategie- und Prognosebericht) aber bleiben: Vielen Unternehmen fällt es schwer, ihre Strategie klar und verständlich darzustellen (Bewertung: 50,7 %). Neun Unternehmen verzichteten ganz auf eine Aussage. Die meisten Familienunternehmen berichten ausführlich über Risiken, jedoch nicht – oder nur sehr knapp – über ihre Chancen. Eine Gleichstellung von Risiko- und Chancenbericht, wie im DRS 20 gefordert, dürfte schwerfallen.
  • Nur elf Unternehmen nutzen den Geschäftsbericht gar nicht als Imageplattform. Für alle anderen gilt: auch die Imageteile werden professioneller, reine Produktshows sind glücklicherweise seltener. Kernthemen rücken in den Vordergrund – Partnerschaftlich, erfolgreich, trendbewusst und international stellten sich die Familienunternehmen 2012 dar. Nur wenige wagen es, mit ihrem Leitmotiv aus dem klassischen Themenkanon auszubrechen. Kein Wunder, schließlich sind Megatrends wie Globalisierung für viele Unternehmen unbestritten wichtig.
  • Nachhaltigkeit war in vielen Geschäftsberichten nur ein Randthema – wenn überhaupt. Unternehmen mit sehr umfangreichen  Nachhaltigkeitsberichten tendieren zur Auslagerung in einen Zusatzbericht. Einen integrierten Finanz- und Nachhaltigkeitsbericht wagte keiner.
  • Das gestalterische Niveau wird von Jahr zu Jahr besser. Zwar wirkt die grafische Umsetzung der Leitthemen beim breiten Mittelfeld der untersuchten Berichte noch etwas halbherzig, eine dünne Oberschicht aber bewegt sich auf gestalterisch sehr hohem Niveau. Gute Typografie, durchdachte Grafiken und schön und lesbar gesetzte Tabellen sieht man mittlerweile immer häufiger. Auch Mut zu haptischen Papieren, zu Stanzungen und zu mehr Variationen bei den Papiergewichten ist häufiger erkennbar.
  • Der Printbericht bleibt das Maß aller Dinge. Nur sechs Unternehmen veröffentlichen parallel einen vollwertigen Online-Bericht. Ein pdf des Geschäftsberichts auf der eigenen Website halten dagegen 68% der untersuchten Familienunternehmen für ausreichend.

Mehr Informationen zur Auswertung der Geschäftsberichte von ergo und PKF Fasselt Schlage sowie die ausführliche Analyse der Geschäftsberichte finden Sie in unserer Studie „Klartext – Wie Familienunternehmen über Themen und Perspektiven berichten“ .

Ein persönliches Druckexemplar können Sie auch bestellen. Wenden Sie sich dafür bitte an die Ansprechpartner.

PDF