Studie 2011

2011 analysierten die ergo-Berater gemeinsam mit den Corporate-Finance-Experten von Roland Berger Strategy Consultants auch die Ertrags- und Finanzlage von 30 industrienahen Familienunternehmen. Der Vergleich mit börsennotierten Gesellschaften ähnlicher Größe und Branchenzugehörigkeit brachte dabei deutliche Unterschiede ans Licht.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

  • Die nicht börsennotierten Familienunternehmen in Deutschland informieren zunehmend offen über ihre wirtschaftliche Lage. Gegenüber dem Vorjahr hat die Transparenz noch einmal leicht zugenommen. Das ist bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass in den Geschäftsberichten 2009 vielfach Restrukturierungsmaßnahmen zu erläutern waren, wodurch die inhaltliche Bewertung schon im Vorjahr gestiegen ist.
  • Besonders fundierte Informationen bieten die Familienunternehmen in den klassischen Passagen des Konzernlageberichts zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage an. Weiterhin unterdurchschnittlich fällt die Bewertung bei den Erläuterungen zur Unternehmensstrategie und wertorientierten Steuerung aus – doch hat sich das Bild hier etwas aufgehellt.
  • Das Thema Forschung und Entwicklung spielt eine weniger dominante Rolle als in den Geschäftsberichten 2009, wo es häufig als Beleg für die ungebrochene Innovationskraft in der Krise herangezogen wurde. Umgekehrt haben sich die Familienunternehmen wieder ausführlicher mit ihrer Personalentwicklung beschäftigt, nachdem solche Aspekte im Krisenjahr noch knapp gehalten wurden.
  • Chancen verschenkt werden unverändert im Prognosebericht sowie im Vorwort des Vorstands. Nur selten erhält der Leser valide Angaben zur künftigen Strategie oder zur geplanten wirtschaftlichen Entwicklung unter Würdigung der Chancen und Risiken.
  • Die Geschäftsberichte werden immer stärker als Imageplattform genutzt. Die reine Produktpräsentation weicht dabei erfreulicherweise mehr und mehr einer schlüssigen Gesamtdarstellung. Das Storytelling beherrschen jedoch längst nicht alle Familienunternehmen; die Schere zwischen über- und unterdurchschnittlich hat sich weiter geöffnet.
  • Über Nachhaltigkeitsaspekte berichten die Familienunternehmen größtenteils im Geschäftsbericht; mitunter jedoch werden separate Nachhaltigkeitsberichte herausgegeben, die dann deutlich detaillierter sind. Zur ökologischen Verträglichkeit von Produkten und Produktionsprozessen sowie den Mitarbeiterinteressen finden sich dabei wesentlich mehr Informationen als zur Nachhaltigkeitsstrategie oder der gesellschaftlichen Verantwortung. Die Darstellung ist vorwiegend qualitativ.
  • In Sachen Struktur lassen viele Geschäftsberichte nichts zu wünschen übrig. Teilweise aber ist der Aufbau weiterhin unzulänglich. Zumeist fehlt dabei die klare Trennung von Kür- und Pflichtteil. Oftmals werden Informationen des Konzernlageberichts, wie etwa der Geschäftsverlauf, im Imageteil behandelt.
  • Fast jedes Unternehmen bietet seinen Geschäftsbericht auch online an. Dabei überwiegt klar die 1:1 Wiedergabe der Printpublikation als PDF. Nur selten wird der Versuch unternommen, den Geschäftsbericht als vollwertige Online-Version in die Internetseiten der Unternehmen zu integrieren.

Mehr Informationen zur Auswertung der Geschäftsberichte von ergo und PKF Fasselt Schlage sowie die ausführliche Finanzanalyse von ergo gemeinsam mit Roland Berger Strategy Consultants finden Sie in der Studie von 2011 „Nachhaltig transparent – Geschäftsberichte von Familienunternehmen werden professioneller“.

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