Wirtschaftliche Performance

Familienunternehmen geraten ins Hintertreffen


Die Unternehmen im MDAX konnten ihre Profitabilität in den zurückliegenden fünf Jahren stärker steigern als die in Größe und Branchenzusammensetzung vergleichbaren Unternehmen in privater Hand. Auch die Ergebnis-Prognose für 2015 fällt bei den Familienunternehmen weniger optimistisch aus.

Zwei Drittel der bewerteten Familienunternehmen rechnen mit einem Anstieg ihres operativen Ergebnisses.

Zwei Drittel der bewerteten Familienunternehmen rechnen mit einem Anstieg ihres operativen Ergebnisses.

Die großen Familienunternehmen würden, wenn sie an der Börsen notiert wären, ein attraktives Segment darstellen, das in punkto Umsatz und Mitarbeiterzahl etwa dem MDAX vergleichbar wäre. Was aber käme bei einem solchen Vergleich zutage? Diese Frage stellte sich ergo Kommunikation vor fünf Jahren, kurz nach dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise, und brachte in Kooperation mit Roland Berger eine Studie heraus. Deren Ergebnis: Die großen Konzerne in Familien-oder Stiftungsbesitz hatten die Krise besser gemeistert, erwiesen sich als wachstumsstärker und rentabler, profitierten von einer solideren Finanzierung, konnten mehr Gelder in die Forschung lenken und schufen obendrein mehr Arbeitsplätze.

So weit, so erwartbar. Fünf Jahre später: Die Finanzmarktkrise steht in den Geschichtsbüchern, die Konjunktur in Europa hat sich gefangen, das Fluten der Märkte mit Liquidität hat die Unternehmensfinanzierung billiger gemacht. Zugleich sind neue Herausforderungen erwachsen – Stichworte: digitale Transformation, Wachstumssorgen der Schwellenländer, Angst vor der nächsten Finanzmarktblase. Grund genug, noch einmal den Vergleich anzustellen und Familienunternehmen mit den börsennotierten Mittelgewichten zu vergleichen.

Das Ergebnis hat überrascht: Familienunternehmen sind zwar gewohnt wachstumsstark, hinken aber in Sachen Profitabilität plötzlich sichtbar hinterher. Unterschiede ergeben sich bei der Entwicklung der Kosten und des Working Capital, genauso wie bei der Verschuldung. Hier haben die MDAX-Werte die günstigen Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt offenbar konsequenter genutzt und ihre Finanzierung langfristiger aufgestellt.

Die vollständige Vergleichs-Studie finden Sie hier zum Download.

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